Psychotherapie bei Kinderwunsch

Bei Paaren stellt sich heute biologisch gesehen sehr spät, oftmals erst nach der beruflichen Verwirklichung der Wunsch nach einem eigenen Kind ein. Die Inanspruchnahme von reproduktionsmedizinischen Methoden ist bei unerfülltem Kinderwunsch heute mehr als je Teil des Alltags vieler Paare und kann ein kritisches Lebensereignis darstellen.

Ein unerfüllter Kinderwunsch mit dem gefühlsmäßigen Auf und Ab ist häufig eine schwere emotionale Belastung für die Paarbeziehung und jeden einzelnen Partner. Dies um so mehr, je länger ein Kinderwunsch besteht oder die Kinderwunschbehandlung andauert. Der höchste psychische Stress liegt beim Einsetzen der Monatsblutung, bei Behandlungsmisserfolg, in der Wartezeit nach Embryotransfer oder bei einer Fehlgeburt oder Todgeburt. Die eigenen Bewältigungsressourcen geraten hier schnell an ihre Grenzen. Viele Paare beschreiben auch Probleme am Arbeitsplatz oder mit Freunden und Bekannten durch das Geheimhalten der Fertilitätsstörung und der Behandlung sowie aufgrund häufiger behandlungsbedingter Fehlzeiten.

1. Indikationen einer psychotherapeutischen Begleitung bei unerfülltem Kinderwunsch

Eine Psychotherapie ist dann indiziert, wenn die Diagnostik genügend Anzeichen dafür ergibt, dass mit dem unerfüllten Kinderwunsch sehr starke psychische Belastungen wie z.B. schwere Depressionen, Ängste und Partnerschaftskonflikte verbundenen sind und keine ausreichenden Bewältigungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Unabhängig vom organischen Befund ist eine Psychotherapie ebenfalls indiziert, wenn Hinweise auf manifeste sexuelle Störungen bestehen. Eine Erhöhung der Schwangerschaftschance ist oftmals das Ergebnis, kann jedoch nicht primäres Ziel einer Psychotherapie sein.

Die Auswirkung einer Fertilitätsstörungen und reproduktionsmedizinischer Therapie (Hormone, IVF, ICSI usw.) führen häufig zu aufkommendem Leistungsdruck, endlich schwanger zu werden, Versagensängsten, vermindertem Selbstwertgefühl, Schuldzuweisungen an den Partner und einer Fixierung auf das eine Thema „Wunschkind“. Bei Frauen findet sich eine erhöhte Depressivität und Ängstlichkeit. Ein Großteil der Paare klagt über zumindest temporäre Störungen der Sexualität im Verlauf einer reproduktionsmedizinischen Behandlung (insbesondere bei Geschlechtsverkehr nach Terminplan und während einer IVF- bzw. ICSI-Behandlung). Aber auch Aborte oder Todgeburten können bei unzureichender Verarbeitung zu Spätfolgen und chronischen Beschwerden führen.

2. Was passiert in der psychotherapeutischen Begleitung bei unerfülltem Kinderwunsch?

Die Therapie gestaltet sich individuell und kann entweder als Einzeltherapie oder als Paartherapie durchgeführt werden. Nach einer gründlichen Anamnese und Diagnostik können Verfahren der analytisch orientierten Psychotherapie, der Verhaltenstherapie, der Gesprächstherapie und auch Entspannungsverfahren zum Einsatz gebracht werden. Inhaltliche Schwerpunkte adaptiere ich an Ihre Bedürfnisse, sie können beispielsweise folgende Themen umfassen:

  • Die Analyse des Lebenskonzeptes, unbewusster Ängste und Konflikte in Bezug auf Sexualität und Schwangerschaft
  • Analyse für „Mitverursacher“-Gründe einer Fertilitätsstörung (Über- und Untergewicht, Sport, Genussmittel, Medikamente, Stress, kein Geschlechtsverkehr an fruchtbaren Tagen …)
  • Verbesserung der Paarkommunikation, der Kommunikation mit behandelnden Ärzten, den Kostenträgern (Krankenversicherungen) oder anderen Außenstehenden
  • Identifikation potentieller Paarkonflikte, Verbesserung sexueller Störungen
  • Umgang mit und Abbau von Stress
  • Treffen von rationalen Behandlungsentscheidungen
  • Strategien im Umgang mit der Bewältigung einer Kinderlosigkeit, einer Fehlgeburt/Totgeburt

3. Wie lange dauert eine Therapie:

Hier kann ich keine pauschalen Angaben machen. Sie kann in bestimmten aktuellen kritischen Situationen punktuelle Hilfestellung bieten oder über einen längeren Zeitraum in Anspruch genommen werden. In der Regel sind ein bis 3 Therapiesitzungen ausreichend. Die einzelnen Therapiesitzungen finden in flexiblen Abständen statt. Bewährt hat sich sowohl eine Einzeltherapie im Rahmen von manifesten Störungen als auch eine Paartherapie, begleitend im Rahmen von Infertilitätsbehandlungen.

4. Was kostet die Therapie?

Eine Therapieeinheit von 80 Minuten kostet 260 €.
Eine Therapieeinheit von 50 Minuten kostet 170 €.

Die Kosten werden bei entsprechender Begründung und Indikationsstellung von der privaten Krankenkasse getragen. Paartherapien müssen durch Sie als Selbstzahler übernommen werden.

 

 

 

Dr. med. Heike Melzer
Arzt Praxis für Coaching & Psychotherapie — Paar- und Sexualtherapie

Paradiesstr. 9
80538 München
Anfahrt →

089-55278322
E-Mail schreiben

 

 

 

 

 
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