Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

„Jeder Mensch erfindet sich früher oder später eine Geschichte, die er für sein Leben hält, oder eine ganze Reihe von Geschichten“ Max Frisch, Sein Name sei Gantenbein

I. Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie – was bedeutet das?

Im Jahre 1896 prägte Sigmund Freud den Begriff Psychoanalyse für die von ihm begründete und entwickelte Wissenschaft von den unbewussten Vorgängen im Seelenleben. Das Augenmerk in der Therapie wird in Richtung Vergangenheit gelenkt, da traumatische Erlebnisse in der Kindheit (zum Beispiel eine unzuverlässige und wenig emotional befriedigende Beziehung zu wichtigen Bezugspersonen) zu aktuellen, im Unterbewusstsein begründeten Konflikten führen können. So erleben sich beispielsweise Personen mit unbewussten Schuldgefühlen in Form von Hemmungen, Arbeitsstörungen oder Selbstbestrafungstendenzen bis hin zu schweren Depressionen teilweise fremdbestimmt. Im aktuellen therapeutischen Setting werden bestimmte Lebenssituationen erneut gefühlsmäßig in Bezug auf den Therapeuten durchlaufen (Übertragung). Dem Erleben des Therapeuten (Gegenübertragung) und dem Widerstand des Klienten in Bezug auf eine Veränderung kommen hierbei diagnostische Bedeutungen zu.

Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie leitet sich aus dem Bereich der Psychoanalyse ab und arbeitet mit ähnlichen Begrifflichkeiten und Strategien wie die klassische Psychoanalyse. Die Therapiedauer ist jedoch deutlich kürzer und der Regressionsgrad geringer ausgeprägt (Therapie findet im Sitzen statt und nicht wie bei der klassischen Psychoanalyse liegend auf der Coach). Das „problematische“ Verhalten symbolisiert in der theoretischen Auffassung einen unbewussten Konflikt des Patienten. Das krankhafte aktuelle Erleben und Verhalten stellt dabei einen unteroptimalen Lösungsversuch dieses aktualisierten Konfliktes der Vergangenheit dar. Mit Hilfe „authentisch affektiver Antworten“ (Therapeut spricht die bei ihm entstehenden Gefühle an) kann eine schrittweise Beziehungsklärung und kausale Problemlösung erreicht werden.

II. Indikationen für eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

Die analytisch fundierte Psychotherapie verzeichnet Erfolge vorwiegend bei folgenden Störungen mit Krankheitswert:

  • Neurosen
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Psychosomatischen Beschwerdebildern wie z.B. chronische Schmerzen
  • Schwere Traumata in der Vergangenheit

III. Was passiert in der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie?

Zu Beginn der Therapie berichtet der Patient von seinen Problemen und es werden wesentliche anamnestische Daten erhoben und systematisch ausgewertet (Dauer ca. 5 Sitzungen, so genannte probatorische Sitzungen). Sollte eine Erkrankung vorliegen bespreche ich mit dem Patienten die Diagnose und den vorgesehenen Therapieplan. Es folgt die Stellung einer Kostenübernahme bei der Krankenkasse (Erstantrag) mit Bewilligung von einer bestimmten Anzahl an Therapiestunden (Kurzzeittherapie: 25 Std., Langzeittherapie: 50 Std.).

In der Behandlungssituation sitzen sich Arzt und Patient gegenüber. Sie werden das Angebot bekommen mir alles mitzuteilen (freie Assoziation) was Ihnen spontan einfällt. Ziel wird die interpretierende und aufdeckende Bearbeitung unbewusster Dimensionen (Entscheidungen, Motivationen, Wünsche, Emotionen usw.) eines aktuellen unbewussten Konfliktes sein, auf den eine aktuelle Störung zurückzuführen ist. Je größere Teile der eigenen Persönlichkeit bewusst sind, umso mehr haben Sie Zugriff darauf. um es zum eigenen Wachstum zu verwenden oder um neue Lebensentscheidungen zu treffen. Ich biete dabei als Therapeut Unterstützung bei äußeren schwierigen Realitätsanforderungen und bei der Analyse der innerseelischen Realität, z.B. durch die beeinträchtigte Wahrnehmung von Gefühlen und Impulsen. Dabei beschränkt sich die therapeutische Intervention und Deutung insbesondere abgeleitete Konflikte und Manifestationen von Entwicklungsstörungen zu bearbeiten, die in der Gegenwart und in dem alltäglichen aktuellen Lebensumfeld des Patienten auftreten, insbesondere in seiner interpersonellen Beziehung. Ich werde Ihnen in der Therapie keine „Wahrheiten“ verkünden und auch keine Verantwortung für Ihr Leben übernehmen. Durch meine authentische und wahrhafte Kommunikation kann ich Ihnen jedoch helfen unbewusste unteroptimale Lösungsversuche im Erleben der analytischen Beziehung zu aktivieren und erneut zu durchleben mit dem Ziel einer deutlichen Symptomreduktion Ihres aktuell problematisch empfundenen Verhaltens.

VI. Wie lange dauert eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie?

In der analytisch fundierten Psychotherapie beginnen ich mit 5-8 probatorischen Sitzungen. Nach Festlegung der Diagnose und der Therapiestrategien stelle ich einen Antrag auf Kostenübernahme bei Ihrer privaten Krankenkasse. In der Regel werden 25 Therapiestunden für eine Kurzzeittherapie ohne Schwierigkeiten genehmigt. Unter bestimmten Indikationen kann die Kurzzeittherapie auch in eine Langzeitbehandlung überführt werden, wobei in der Regel 50 Stunden, in besonders schweren Fällen 80 Therapiestunden nicht überschritten werden sollten.

V. Was kostet eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie?

Analytisch fundierte Psychotherapie gehört wie die Verhaltenstherapie und Psychoanalyse zu den am häufigsten praktizierten Behandlungsverfahren, welche von den Krankenkassen uneingeschränkt anerkannt werden. Bitte informieren Sie sich so früh wir möglich und auf alle Fälle vor Therapiebeginn schriftlich bei Ihrer Kasse über eine Kostenübernahme. Lassen Sie sich eine schriftliche Leistungszusage über den Leistungsumfang (maximale Anzahl an Therapiesitzungen/Jahr) geben und erfragen Sie die durch Ihre Kasse anerkannten psychotherapeutischen Verfahren.

Wenn Sie die Kosten als Selbstzahler übernehmen müssen verrechne ich meine Leistungen wie folgt:

Einzeltherapiesitzung mit 50 Minuten: 170,- € / 80 Minuten: 260,- €

Mehr Informationen finden Sie unter der Rubrik „Kosten“

VI. Benötige ich selber eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie?

Derzeit bin ich dabei für Sie unter der Rubrik „Interaktiv“ Selbsttests zu veröffentlichen, die Ihnen erste Hinweise geben können ob Sie unter eine Neurose oder Persönlichkeitsstörung leiden. Es werden zurzeit die technischen Voraussetzungen hierfür erarbeitet, bitte haben Sie noch ein wenig Geduld.

Dr. med. Heike Melzer
Arzt Praxis für Coaching & Psychotherapie — Paar- und Sexualtherapie

Paradiesstr. 9
80538 München
Anfahrt →

089-55278322
E-Mail schreiben

 

 

 

 

 
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